INFOS ZU TRAUER, TRAUERARBEIT & TRAUERBEWÄLTIGUNG
Wer nicht über den Bergkamm steigt, gelangt nicht in die Ebene.
(Aus China)
Der Verlust oder der Tod von uns nahen und geliebten Menschen kann für Trauernde einen Schritt in die Einsamkeit bedeuten und eine große Beeinträchtigung darstellen.
(Auch infolge des Todes oder Verlusts von "prominenten" Menschen können ähnliche Beeinträchtigungen bei den betroffenen Fans auftreten.)
Oft damit verbunden sind Gefühle der Traurigkeit, des Schmerzes, der Verzweiflung, der Angst, des Zorns, der Schuld und des Zweifels und von Leere.
Der Trauerprozess an sich ist ein natürlicher Prozess, der an sich keiner therapeutischen Begleitung bedarf.
Bei der komplizierten und nicht endenden Trauer treten vielfach Depression und damit verbundene körperliche Beschwerden auf. Hier ist psychologische oder psychotherapeutische Unterstützung zu empfehlen.
Der Trauerprozess
Der Trauerprozess ist die Voraussetzung, um Verluste ertragen zu können.
Als Voraussetzungen, dass der Trauerprozess gelingt, lassen sich folgende 3 Punkte anführen:
- die Fähigkeit, sich auf einen Trauerprozess einzulassen,
- die Fähigkeit, den Trauerprozess zu ertragen, und
- die Fähigkeit, Trauerprozess auch abzuschließen.
Das Gelingen des Trauerprozesses hängt aber auch vom sozialen Umfeld ab; einerseits von der Person, die betrauert wird, andererseits von den Personen, die den Trauernden unterstützen.
Im gelungenen Trauerprozess werden mehrere Fasen durchgemacht. Hier finden sich das Nicht-Wahrhaben-Wollen, die Fase der aufbrechenden Emotionen, Erwachen von Erinnerungen und Sich-Trennens, Rückbesinnung auf sich selbst und Neuorientierung.
Viele Menschen möchten schneller über den persönlichen Verlust hinwegkommen, als dies ihnen emotional möglich scheint. Dies hat in der Regel nichts mit Gefühlskälte zu tun, sondern spiegelt den Wunsch wider, den Alltag zu bewältigen und wieder Halt zu finden.
Problematisch kann sich eine zu "rasche" Trauerbewältigung darstellen, wenn versucht wird, Gefühle zu verleugnen oder zu unterdrücken. Dadurch kann es zur "komplizierten Trauer" kommen.
Die komplizierte Trauer
Wie lange der Trauerprozess dauern „darf", hängt von verschiedenen Variablen ab, wie z.B. von der Art der Beziehung zur verstorbenen Person, von früheren Verlusten und deren Bewältigung, von den persönlichen Ressourcen, die der Trauernde zur Zeit zur Bewältigung nützen kann, und von der sozialen Umgebung.
Für Trauer und Verlust ist in unserer schnelllebigen Zeit kaum Platz, genauso wenig für Trauer-Rituale. Früher kannte man z.B. das „Trauerjahr". Heute ist belegt, dass ca. 20 % zwei Jahre nach Verlusten an Depressionen leiden (die unbehandelt bestehen bleiben würden).
Die komplizierte Trauer wird dadurch bedingt, dass versucht wird, Gefühle, Gedanken und Erinnerungen zu vermeiden oder zu unterdrücken. Dadurch können zusätzliche Erkrankungen ausgelöst werden wie die Depression, die Posttraumatische Belastungsstörung, Angsterkrankungen, psychosomatischen Erkrankungen oder Suchterkrankungen.
Oft herrschen auch starke Schamgefühle, Selbstvorwürfe und Hilflosigkeit vor, die die Betroffenen daran hindern, Unterstützung aufzusuchen.
Falls Sie unsicher sind, ob Trauerprozesse „zu lange" dauern oder der Meinung sind, dass der Trauerprozess nicht abgeschlossen wird / werden kann, starke Hilflosigkeit vorherrscht, zusätzliche Erkrankungen vorliegen, o.ä. sollten PsychologInnen oder PsychotherapeutInnen konsultiert werden, um dies abzuklären und gegebenenfalls Hilfe beim Trauerprozess zu leisten.
Trauerarbeit an sich bedeutet, sich mit dem Tod oder mit einem Verlust auseinanderzusetzen. Dieses Durcharbeiten bedeutet, sich mit einer neuen Realität zu konfrontieren. Den Verlust anzuerkennen, diesen gedanklich und emotional zu erleben, sind notwendige Schritte auf dem Weg. Neue Perspektiven zu entwickeln, einen adäquaten Umgang mit den eigenen Bedürfnissen stellen weitere Notwendigkeiten dar.